Testen statt sudern!

Nein! Nicht Covid!

Ich bin zurück bei den Bits und ERP also Business Software! Und auch hier gilt: Je genauer und öfter getestet wird, desto größer der Nutzen! Was sind die wichtigsten drei Dinge bei einem Business Software Projekt? 1. Testen! 2. Testen! 3. Testen!

Hausaufgaben gemacht? TESTEN!

Sie haben mit viel Hirnschmalz ein Lastenheft als Basis einer Ausschreibung erstellt, es in Workshops getestet und ERP-XY gekauft. Der XY-Berater/Projektleiter kommt und sagt zu den Keyusern: „Erzählt doch mal was ihr so braucht!“. Auf die Frage ob er das Lastenheft wenigstens einmal gelesen habe: „Nö! Das mach ich nie, weil da steht immer viel zu viel drinnen, was eh nicht gebraucht wird“. Die User sind fassungslos – ich auch.
Tipp: Verpflichten Sie den Anbieter vertraglich, dass er ihr Lastenheft vor dem ersten Termin liest UND testen Sie ob er es auch getan hat! „Ja, ja!“ heißt bekanntlich LmaA!

Der Fluch flexibler Software
Die gewählte Software ist hochflexibel, sehr schnell anpassbar und releasefest. Grundsätzlich gut! Aber es verführt manche Berater und Programmierer zu Rapid Prototyping oder anders gesagt: Schlampig hingeworfene halbfertige Programme, die mit dem Kunden erst lauffähig gemacht werden. User, die ihre Anforderung schon im LH klar formuliert haben, werden nach der 3ten „agilen“ Schleife ärgerlich: „Wie oft muss ich ihm das noch erklären? Ich bin doch nicht sein Versuchskaninchen!“. Tipp: Wenn Sie als Kunde sich für solche Software entscheiden, dann lernen Sie möglichst rasch diese selbst anzupassen und machen Sie sich unabhängig von externen Ressourcen. Dann können sie auch den maximalen Nutzen für sich herausholen! Aber: Was der Anbieter liefert muss getestet sein – sonst kein Geld!

Einen Berater als „Kettenhund“ …

… zu engagieren, der dem Anbieter auf die Finger schaut und zwickt ist ratsam. Doch wenn Sie ihm beim ersten Kläffen einen Maulkorb anlegen und in der Hundehütte einsperren, wird Ihnen der Anbieter mehr und mehr auf der Nase herumtanzen.

… auch von der Leine lassen!
Wem „Stockholmsyndrom“unbekannt: Googlen! Ich bin mir sicher, es kommt öfter in Softwareprojekten als bei Geiselnahmen und Entführungen vor: Die Projektleiter von Anbieter und Kunde verbünden sich – gegen User und Kettenhund! Der Kunde entwickelt dabei zum eigenen Nachteil zu viel Verständnis und Toleranz für die „Leiden“ des Anbieters.
Tipp: Bleiben Sie per SIE! Halten Sie im Projekt die professionelle soziale Distanz zu allen Mitarbeitern des Anbieter.

Verträge leben und exekutieren!

Genauso sinnlos wie der gefesselte Kettenhund ist die Investition in einen Vertrag, dessen Einhaltung nicht eingefordert wird. Haarsträubendes Praxisbeispiel: Im Vertragsmuster des Anbieters „Protokollpflicht von jedem Termin binnen 3 Tagen“. Der Berater des Anbieters erstellte kein einziges Protokoll UND der Kunde lässt es zu. Wenn Sie nicht die ersten Vertragsverletzungen entsprechend ahnden zB: „Termin ohne Protokoll wird nicht bezahlt“, haben Sie das Vorgehen einreißen lassen und werden diese schlechte Angewohnheit nie wieder los!

Nicht zahlen!? –  Das sagt sich so leicht!
Die Zwickmühle der Kunden ist der Arbeitsmarkt und damit an Erpressung grenzende Aussagen von Anbietern (O-Ton!): „Das Einzige was uns am Wachstum hindert ist die Verfügbarkeit von Personal“. Was er wirklich meinte war: „Wenn Du meine Arbeit nicht bezahlen willst, weil dir die Qualität nicht passt, dann arbeite und fakturiere ich bei einem anderen Kunden!“

Tipp: Testen und zeigen Sie Grenzen! SIE sind der Kunde! Anbieter die Ihre Kunden im Regen stehen lassen, werden nicht mehr lange am Markt sein!

Und weil man nie genug testen kann, und der Platz nicht reicht für das Thema ist diesmal auch schon „Testen Teil 2“ fast fertig geschrieben! Bleiben Sie dran!

 
„ERP Projekte sind wie Kindererziehung“ sagt
Ihr leider oft an der Leine leidender Kettenhund

Michael Schober

TGM B78
PS: … und die obigen Szenen sind leider NICHT frei erfunden!
PPS: Getippt und abgegeben an die Redaktion ca. eine Woche vor dem Angriff der russischen Armee im Auftrag von Herrn W.P. (nicht das R Volk!) auf die U… – die Formulierung „Testen und zeigen Sie Grenzen“ würde ich heute (4.3.) so nicht mehr schreiben – mit tiefem besorgtem Seufzen!
PPPS: 5.3 um 10:43 Nachdem in den letzten Stunden mehrfach versucht wurde auf meiner Seite einzuloggen den Text des PPS geändert und Worte abgekürzt.

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