Michael Schober

Work expands to available time!

“Work expands to available time!” Hörte ich erstmals …

… in den Jahren von 1985 bis 1993 zumeist aus dem Mund Eduard Zehetners, „Trend-mann des Jahres 2013“, bis April CEO der Immofinanz. Anfänglich war ich zugegebenermaßen ein wenig irritiert bis hin zu verärgert, wenn ich als Programmierer eine Schätzung abgegeben hatte, und er einen Liefertermin, die nicht miteinander kompatibel waren. Nach „intensiven Gesprächen“ fanden wir ein Ergebnis, welches mit gewisser Anstrengung machbar war. Ich hängte so manche Abendschicht an (Programmieren machte mir auch Spaß) – und habe mir den Satz gemerkt!

Immer wieder hörte ich ihn …

… ab 1998 als Projektleiter beim Hochfahren von Connect Austria (ONE – Orange – 3) und auch wieder von Zehetner. Termine waren unumstößlich fixiert – am 25. Oktober war dies gesamte Ausgabe einer sonst lachsrosa Zeitung auf blauem Papier gebucht. „Eine blaue Krone“ wäre Zehetner lieber gewesen. Verschiebung? Nicht zulässig! – Wir arbeiteten in multikulturellen Teams manchmal fast rund um die Uhr. Es machte Spaß. Der Satz half in den Projekten wenn ich ihn zum jeweiligen Team wiederholten und er prägte sich weiter ein, aber mit einer leichten Abwandlung in meiner Wahrnehmung: Ich war nicht mehr Angestellter sondern gerade im Begriff eine Firma aufzubauen.

Es hörten ihn die Mitarbeiter und Kollegen

Jetzt selbst in der Position Verhandlungsergebnisse mit Kunden in noch immer profitabler Weise umzusetzen bewährte sich dieser (und natürlich auch einige andere erlernte oder vielleicht angeborene Fähigkeiten J ) um als Unternehmen zu bestehen. Als Tipp vielleicht noch eine Metapher dazu: Wenn Sie auf den Dampfkochtop keinen Deckel geben wird der Druck im Kochtopf nie steigen – Verzeihung! Das ist ja die Ingenieurzeitung sind sicher alle Leser der Thermodynamik mächtig.

Da hörte sich dann manches auf!

Wer meine XING Seite besucht, wird wissen, dass ich vor ca. 8 Jahren begonnen habe mich in der Wirtschaftskammer zu engagieren. Zwar ist die Arbeit als Mandatar in der Fachgruppe weitestgehend frei von parteipolitischem Hickhack aber dennoch ist sie politisch und vor allem ehrenamtlich bzw. mit sehr geringen Aufwandsentschädigungen versehen. Eine Tatsache, die in der breiten Öffentlichkeit leider kaum bekannt ist. Diese Faktoren führen dazu, dass Kammerarbeit sich immer in Konkurrenz zum eigenen Broterwerb steht, was für Ein-Personen-Unternehmen besonders schwierig ist. Ich lernte am eigenen Leib was „Work expands to available Time“ auch bedeuten kann, wenn die verfügbare Zeit gegen Unendlich geht, weil es keine von außen ersichtliche Deadline gibt, bzw. eine, die für das eigene Dasein gefährlich sein könnte. Ist der Deckel fast immer offen, so entweicht die sprichwörtliche warme Luft – und wenn das Feuer nur auf Sparflamme steht braucht es selbst dafür ziemlich lange. Dass ich mich dennoch vom Saulus („Kammer abschaffen“) zum Paulus („um das Instrument der Kammern beneiden uns alle Länder wo nur finanzstarke Lobbys das Sagen haben“) kann ich hier nicht weiter ausführen. Aber es gibt doch ein paar Themen, die …

…unbedingt gehört werden sollten!

Die den Standort Österreich gefährdenden Gesetze zu Werkvertrag vs. Dienstvertrag sind dringend zu reparieren bevor die Prüfungsusance der GGKs den letzten Auftraggeber ins Ausland vertrieben haben. Weshalb auch ohne Deckel in manchen Themen etwas weitergeht liegt letztlich daran, dass entweder einige Mandatare selbst betroffen sind, oder sehr viele Mitglieder es einfordern.

Mitarbeiter hören es leider immer öfter, …

wenn sie All-in-Verträge unterschreiben müssen um endlich wieder einen Arbeitsplatz zu haben. Wenn aber der Spaß an der Arbeit fehlt, weil bei vielen Arbeiten der Sinn verloren gegangen ist, dann führt der „Vorteil der freien Zeiteinteilung“ rasch zu Selbstausbeutung und Burn-Out. Noch ein Thema, dass weit mehr als diese eine Seite füllen könnte.

Und ich hörte noch diesen anderen Satz

Es war ein britischer Kollege bei ONE, der – als ich mir noch ein Projekt umhängte – grinsend meinte: „If you want to get a job done, give it to a busy man!” – es scheint als wäre Prägnanz im Englischen höher – an Beschäftigung habe ich derzeit keinen echten Mangel, vielleicht auch weil ich mir ein paar unbezahlte Nebentätigkeiten leiste. Eine davon ist, diese Kolumne zu schreiben und zumeist kommt der Anruf von Herbert Putz zur ungünstigsten Zeit. Diesmal war es wieder eine solche. Er fragte mich ob 10-12 Tage reichen würden die Kolumne zu verfassen …

… und das hörte er von mir:

„Work expands to available time! – Hmmm?! Vielleicht ist das gleich der Titel für diese Ausgabe von Bits&Bytes4“?“ Oder „Article expands to availabale space: ca. 4400 Zeichen“

Einen schönen Sommer!

Ihr Michael Schober

Im Sinne des GlBG BGBl.I Nr. 66/2004, der Lesbarkeit und dem verfügbaren Platz sind auch bei eingeschlechtlicher Formulierung immer Frauen und Männer gemeint.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.