Michael Schober

ERP in der Praxis 2012 – Die Ergebnisse

ERP-Lösungen spielen eine zentrale Rolle in den Unternehmen und sie spielen diese Rolle insgesamt recht gut. So die Erfahrungen aus über 2.500 Anwenderunternehmen – vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum –, die im Zuge der aktuellen Studie „ERP in der Praxis“ durch die Analysten der Trovarit und die Wissenschaftler des FIR an der RWTH mittlerweile zum 6. Mal seit 2004 befragt wurden. Die Bewertung von über 50 ERP-Lösungen zeigt im Vergleich zu 2010 insgesamt leichte Verbesserungen der Anwenderzufriedenheit, besonders die Gesamtbeurteilung der Dienstleistungen von Implementierungs- bzw. Wartungspartnern. Von den service-bezogenen Aspekten werden die Beratung und das Engagement sowie der Support durch Berater bei Implementierungen und bei Release-Wechseln spürbar besser bewertet. Auch die ERP-Lösungen selbst schnitten insgesamt leicht verbessert ab, so dass die Anwender sowohl für Software als auch für Dienstleistungen mittlerweile eine uneingeschränkte Gesamtnote „Gut“ vergeben.

Gewinner & Verlierer

Die Durchschnittsnote darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der ERP-Markt durchaus Licht und Schatten aufweist: Vergleicht man die verschiedenen Softwarelösungen und -anbieter, dann fällt das Zufriedenheitsurteil der Anwender durchaus sehr unterschiedlich aus. Die Auf- bzw. Absteiger in puncto Anwenderzufriedenheit stehen auch in der Studie! Einflüsse auf die Anwenderzufriedenheit

Die Ergebnisse der Studie bestätigen die grundlegende Erkenntnis, dass Lösungen für größere Unternehmen bzw. breit aufgestellte Generalisten insgesamt kritischer bewertet werden als solche für kleinere Unternehmen und/oder (Branchen-) Spezialisten.

Ursache dafür ist, dass bei kleineren Unternehmen viele Problembereiche von ERP-Installationen weniger gravierend ins Gewicht fallen. So weisen die Installationen in der Regel eine deutlich geringere Komplexität auf. Die Software ist zudem oft einfacher gehalten, wird nahe am Standard eingesetzt bzw. bietet die erforderliche Flexibilität. Gleichzeitig ist die ERP-Software in eine einfachere Software-Landschaft eingebettet bzw. wird Stand-Alone betrieben. Weniger Anwender müssen geschult werden und die Anpassungen sind geringer – damit auch Release-Wechsel einfacher.

Herausforderungen für die Zukunft

Trotz allgemeiner Zufriedenheit offenbart die Studie auch Schwächen bzw. negative Trends bei relevanten Details des ERP-Alltags: So kritisieren die Anwender seit jeher die Möglichkeiten von Reporting und Formularwesen. Dies hat sich auch in den letzten beiden Jahren nicht nennenswert verändert. Ebenso regelmäßig bemängeln Anwender immer noch die Bedienerfreundlichkeit. Ein Umstand, der den Nutzen des Werkzeugs ERP-Software durchaus beeinträchtigen kann.

Böse Überraschungen erleben ERP-Anwender bei Budget- bzw. Termintreue der ERP-Projekte. Aber abseits von Software und Anbieter birgt die ERP-Implementierung offenbar auch Herausforderungen auf der Anwenderseite: Knapp 20% der ERP-Anwender stellten fest, dass ihr ERP-Projekt durch eine unklare Definition der Anforderungen an die Lösung beeinträchtigt wurde. Die Quote der Problemfälle hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Hier schlägt sich unter anderem nieder, dass die Anforderungen an ERP-Software immer komplexer werden, auch weil ERP-Lösungen in immer mehr Unternehmensbereichen zum Einsatz kommen. Gleichzeitig verfügen Unternehmen nur mehr über eine recht knapp bemessene Personaldecke, was die Belastung der Projektmitarbeiter durch das Tagesgeschäft erhöht.

Eine Herausforderung für den ERP-Betrieb bleibt der Aufwand für Updates & Release-Wechsel, der von gut 15% der ERP-Anwender als Problemfeld benannt wird. Dabei bestehen offenbar erhebliche Unterschiede von Software zu Software bzw. von Anbieter zu Anbieter. Die Anpassbarkeit bzw. Flexibilität der ERP-Lösungen bleibt ein Kritikpunkt, bei dem jedoch zuletzt offenbar Fortschritte erzielt wurden – offenbar durch modernere Technologien sowie optimierte ERP-Architekturen. Auch aus der immer stärkeren Nutzung mobiler Technologien resultiert Herausforderung: Zwar bemängeln nur rund 6% der Studienteilnehmer die entsprechenden Möglichkeiten ihrer ERP-Lösung. Allerdings hat dort der Anteil der Problemfälle gegenüber 2010 um gut 50% zugenommen. Bei aller Kritik erfreulich ist, dass immerhin rund 28% der ERP-Installationen als „problemlos“ eingestuft werden. Dies trifft mit ca. 33% stark Installationen bei kleineren Unternehmen zu während mit 18% deutlich weniger der größeren Unternehmen überhaupt keine Probleme mit ihrer ERP-Installation haben. Als österreichischer Partner für die Erstellung der Studie empfehle ich Ihnen eine kostenlose Zusammenfassung der Ergebnisse unter http://www.trovarit.com/erp-praxis abzurufen!

Ein zufriedenes 2013 wünscht

Ihr Michael Schober

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